Unser nächstes Ziel ist das kleine Weindorf Sankt Martin. Es liegt direkt am Hang  und schmiegt sich terrassenförmig an den Pfälzer Wald. Sankt Martin gehört zu den malerischsten Orten an der Deutschen Weinstraße, und das können wir nur bestätigen.  Üppiger Wein kriecht an den Hauswänden entlang und rankt von der einen zur anderen Straßenseite. Überall riecht es nach Wein. Vor den Fenstern hängen büschelweise Geranien in leuchtend roten Farben, und das

oder

oder

oder

da noch

widerstehen???

Wer kann

Straußenwirtschaft

Alte Weinpresse

Ortskern in Sankt Martin

Geraniengeschmücktes Haus

Passage in Sankt Martin

Hinterhofidylle unterer Teil

Hinterhofidylle oberer Teil

Balkonidylle in Sankt Martin

Ein kleiner Traktor überholt uns tuckernd und wir bleiben plötzlich vor einem Schild stehen mit der Aufschrift “Straußenwirtschaft”. Sofort denke ich an Australien und an 2 Meter große Vögel, Keins von dem, belehrt uns lachend ein älterer Mann. Die  Straußenwirtschaft ist ein Ort, wo man mit einheimischen  Produkten beköstigt wird. Sie stammen von dem jeweiligen Betreiber und können natürlich auch gekauft werden. Es handelt sich hierbei natürlich um Wein. Dazu gibt es Zwiebelkuchen. Die Straußenwirtschaften sind nicht so fein wie die

Weinlokale und befinden sich meistens in den Hinterhöfen von den Winzern. Oft sind sie überdacht und werden mit einem Katalydofen beheizt. Das Mobiler besteht aus einfachen Bierzeltgarnituren. Erwartungsvoll betreten wir einen solchen Hinterhof und sofort fühlen wir uns heimisch, denn hier geht es zünftiger zu als in den gediegenen Weinstuben. Es geht hier zu wie auf dem Oktoberfest, natürlich im Kleinformat. Wir wissen, dass wir nichtdas letzte Mal in Sankt Martin waren, als wir weiter Richtung Süden fahren.   

Stilleben in Sankt Martin

Der Tag neigt sich mal wieder dem Ende zu, und allmählich müssen wir uns nach einem Nachtquartier umschauen. Kein Problem, wenn man mit dem Wohnmobil auf der Weinstraße unterwegs ist! Hier gibt es Wohnmobilstellplätze wie Sand am Meer. In jedem Weinort gleich mehrere. Meistens sind es die Winzer, die kostenlos Stellplätze zur Verfügung stellen. Sie sehen es natürlich gerne, wenn man bei ihnen, so zusagen als Gegenleistung, etwas Wein kauft  und ihn weiterempfiehlt. Andere nehmen für eine Übernachtung per Wohnmobil ein paar Euro, was den Vorteil hat, dass man nicht unter einem moralischen Kaufzwang steht.  In

Doch mittlerweile sind wir so verwöhnt und von Reizüberflutungen übersättigt, dass wir uns nicht mehr länger hier aufhalten wollen, zumal wir noch ein echtes Highlight vor uns haben, nämlich Wissembourg, eine Perle im benachbarten französischen Elsass. Der Besuch dieses kleinen Städtchens ist ein Muss! 3 Kilometer vorher hört die Weinstraße auf und endet am 20 Meter hohen Deutschen Weintor.

Pflasterstraße in Rodt u. Riedburg

Stilleben in Rodt u. Riedburg

Hausfront in Rodt u. Riedburg

südliche Weinstraße

 

Website der Weinstrasse

Weinstraße Einleitung

noch im November. wo sie bereits verwelkt und abgehangen sein müssten. Nicht in Sankt Martin! Hier wächst und gedeiht alles etwas länger.Man hat das Gefühl, dass alles im Überfluss vorhanden ist. Die Seele der Deutschen Weinstraße liegt in diesem Ort, sagt mein

Gefühl. Alles pulsiert hier zwischen den kleinen Sträßchen und verwinkelten Gassen. Einheimische und Touristen stehen im Einklang. Hier wird gearbeitet und geschlämmt auf engstem Raum. Der Wein wird, wie auch in anderen Orten, kistenweise verkauft. Wir klingeln beim Winzer, ermacht auf und führt uns zwischen den zahlreichen, mit Flaschenwein gefüllten Holzkisten zum Ausschank. Dort stehen mehrere Flaschen zum Probieren.

Während wir uns über Wein unterhalten und das ein oder andere über Weinanbau erfahren, genießen wir die Weinprobe. Auf Anhieb haben wir uns in einen Kabinett verliebt. Es ist ein Gewürztra- miner mit einem leichten Honignachgeschmack für unter 2 Euro die Flasche. Grund genug, um uns sofort mit zwei Kisten einzudecken, die wir dann im Bus verstauen, Danach setzen wir unseren Bummel durch Sankt Martin fort und  lassen uns von den harmo- nischen Blickfängen, die dieser Ort zu bieten hat, planlos herumtreiben. Bis ins Detail stimmt hier alles. Man fühlt, dass die Leute, die hier wohnen, in erster Linie für sich selber diese Harmonie geschaffen haben mit viel Liebe zum Detail. Ich habe auch schon genügend andere

Orte in Deutschland gesehen, die irgendwie überkandidelt und für den Tourismus aufgemotzt wirkten. Nicht hier in dieser fröhlichen Gegend, wo es mit zur Tradition gehört, die Dörfer mit Blumen und anderem zu schmücken, Wir beschließen irgendwo einzukehren und schlendern  an einem Bach vorbei, der sich zwischen Blumenkübeln und bunt angemalten Häusern schlängelt. Überall riecht es verlockend nach Essen. Ein Blick auf die Schiefertafeln vor den Weinstuben reicht. Nämlich darauf steht in Kreide;

Straußenwirtschaft in Sankt Martin

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Rhodt unter Rietburg quartieren wir uns bei einem Winzer ein. Duschen sind nicht vorhanden, dafür aber Toilette,  Waschbecken und Stromanschluß. Zwischen zwei weißen Luxusschlachtschiffen eingekeilt stehen wir nun mit unserem Büschen auf

einem Weingutshof, keine 200 Meter vom Ortskern entfernt. Streng genommen bräuchten wir gar nicht so weit gehen, denn unser Gastgeber hat eine eigene Weinstube. Sie liegt nur 5 Meter von uns entfernt. Also kehren wir zuerst einmal  hier ein, bevor wir noch einen abendlichen Spaziergang durch den Ort unternehmen. Das Weindorf Rhodt unter Riedburg strahlt südländisches Flair aus und hat eine wunderschöne alte Kastanienallee. Die Häuser sind teilweise herrlich krumm und schief. Ihre warmen   Farbtöne tuen unserer Seele gut. Davor stehen dicke Tonkübel, die teilweise mit Palmengewächs bepflanzt sind. In einem Hinterhof entdecke ich einen

Zitronenbaum. Auch hier fällt mir die Liebe zum Detail auf. Zum Schluss kehren wir in eine Gaststätte ein und erfreuen uns wieder mal an der Reichhaltigkeit der pfälzischen Küche. Wie gesagt, abnehmen kann man hier nicht! Am nächsten Morgen besuchen wir

die Riedburg, die oberhalb von Rhodt liegt. Ein Ses- sellift bringt uns dorthin und mit jedem Höhenmeter mehr werden die Dächer der umliegenden Weindör- fer kleiner. Als wir dann auf dem Aussichtsplateau der Riedburgruine stehen, schauen wir auf eine liebliche Märklineisenbahnlandschaft. Wieder unten, tuckern wir mit unserem Wohnmobil die Weinstraße weiter entlang. Die Landschaft wird zunehmend schöner. Das heißt noch welliger und abwechslungs- reicher. In den Talmulden liegen verschlafen zwi- schen grünen Wiesen und ausgedehnten Weinfel dern die kleinen Dörfer.Es sieht hübsch aus, wie sich die Häuser mit den roten Dächern um ihre Kirche geschart haben wie die Kücken um ihre 

Glucke. Wirdurchqueren noch so manches schöne Weindorf. In dem Zusammenhang seien Orte wie Klingenmünster, Edenkoben, Frankweiler oder Leinsweiler erwähnt.

südliche Weinstraße

mediterane Bepflanzung